Feierabendverkehr. Der Mann neben mir sieht müde aus, es ist Freitag und es ist genug.
Sein Telefon läutet. Noch bevor er das Gespräch annimmt, hellt sich seine Miene auf, dann höre ich eine Kinderstimme, späte Kita/frühe Schule, schätze ich. Die Beiden sprechen in einer Sprache, die ich nicht verstehe, und doch verstehe ich, was der Mann sagt.
Nach ein paar Sätzen wechselt er ins Deutsche.
Baba kommt gleich.
…
Baba kommt jetzt.
…
Baba ist schon in der U-Bahn, Baba ist gleich da.
Immer wieder dieselben Sätze und immer im selben Tonfall, so, als sei jeder Satz ganz neu. Dazwischen die helle Kinderstimme; es gibt offensichtlich einiges zu erzählen.
Aber Baba kommt ja gleich und dann trinken sie Kaffee und Kakao und das Kind sprudelt seine Abenteuer noch einmal heraus, führt sein Halloween-Kostüm vor und fragt, ob es mit Ketchup Blutflecken aufbringen darf.
Und da endlich streift Baba die Arbeitswoche ab wie eine fremde Haut.