Schwester T.

Kraft sein. Segen sein.

In memoriam

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Liebe geht durch den Magen – und manchmal nährt sie auf ewig.

Heute ist der Todestag meiner Mutter, aber Erinnerungen an sie begegnen mir im Alltag an vielen Tagen des Jahres. Häufig direkt in mir selbst, denn ich habe so einiges von ihr übernommen, und am intensivsten spüre ich die Verbundenheit beim Essen.

Es gibt Gerichte, die kennt gefühlt niemand außerhalb unserer Familie. Es sind einfache Mahlzeiten, die ich schon als Kind besonders gern mochte. Heute gibt es, meiner Mutter zu Ehren, eine Kartoffelsuppe nach Familienrezept mit einem Zwetschgenkuchen direkt hinterher. Das gilt bei uns im Herbst als ein Gericht. Obwohl es bei mir ein Apfelkuchen geworden ist, immerhin ebenfalls nach Art des Hauses. Zwetschgen gibt es noch nicht.

„Riecht mal …!“ hat meine Mutter genüsslich gerufen, wenn der Duft des fast fertigen Kuchens durch die Küche zog, Und ohne jede Aufforderung holten wir die Teller aus dem Schrank. Beides gehörte zum Ritual. Ich muss immer lächeln, wenn ich daran denke.

Diese Freude ist mir das liebste Erbe.