Schwester T.

Kraft sein. Segen sein.

Durchblick

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Ich muss mich irgendwann auf die Brille gesetzt haben, denn hätte ich einen Schlag auf die Nase bekommen, wüsste ich davon. Jetzt stehen die Pads zu weit auseinander und der Steg drückt auf den Nasenrücken. Es ist nur die Ersatzbrille, aber auch sie brauche ich ab und zu. Intakt.

Ich spreche also beim Optiker meines Vertrauens vor und nehme an dem mir zugewiesenen Tisch Platz, lege die Brille bereit und warte. Gleich nebenan löchert ein äußerst gut vorbereiteter Kunde seine Beraterin zu Qualitäten von Gläsern, Herstellungsprozessen und Kennzeichnungen. Auch erklärt er, was er bei einem bestimmten Konkurrenzunternehmen dazu erfahren hat.

Die junge Frau antwortet entspannt. Sie ist in ihrem Metier und freut sich sichtlich über die Gelegenheit, in der Tiefe Auskunft zu geben. Verstohlen schaue ich auf meine Brille. Tja, ich bin heute nicht der Jackpot, so viel steht fest.

Dennoch nimmt eine andere Beraterin den kleinen Eingriff an meinen Pads mit der gleichen Freundlichkeit vor, wechselt sie sogar aus und putzt danach meine Hauptbrille. Der übliche Service.

Am Nachbartisch geht es munter weiter – fehlt nur das Getränk in der Hand. Kurz erwarte ich, dass der Mann die Frau fragt, wann sie heute Feierabend hat, verwerfe den Gedanken aber wieder. Zu viel Hollywood.

Ich packe die eine Brille ein, rücke die andere zurecht, sehe wieder klar. Vielen Dank.