Ich sitze in der U-Bahn, ganz in meine Lektüre vertieft. Es ist eine ruhige Fahrt. Erst als zwei Touristinnen mit ihren Koffern kämpfen und es kurz klirrt, schaue ich auf. Brauchen sie Hilfe mit dem Gepäck? Nein, sieht nicht so aus.
Doch sie wirken ratlos. Eine von ihnen lässt einen Schlüsselbund aus ihrer Hand gleiten und legt ihn gut sichtbar auf den leeren Sitz zwischen sich und mir. Er habe schon dagelegen, erklärt sie mir auf Englisch. Ich nehme den Bund, bedanke mich und bringe ihn zur Fahrerin.
„Da wird sich jemand freuen“, stellt sie fest und ich stimme ihr zu. Vier Sicherheitsschlüssel, das wäre teuer geworden. Wir wechseln ein kleines Lächeln. Wir freuen uns mit.