Schwester T.

Kraft sein. Segen sein.

Glück gehabt

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Es ist einer meiner letzten Urlaubstage und ich beginne ihn ebenso zeitig wie motiviert. Ich werde ein Metallregal aus dem Baumarkt abholen und mein Kellerabteil aufräumen. Als um 7 Uhr eine Nachbarin läutet, erhält der Plan eine unerwartete Aktualität.

„Wir haben einen Wasserrohrbruch im Fahrradkeller“, erklärt sie mir, und fragt, ob ich mein Rad rausstellen möchte. Ich möchte. „Havariedienst und Hauswart habe ich angerufen. Es ist ein Abwasserrohr.“

Im Keller stehen bereits mehrere Zentimeter Wasser, also ziehe ich Schuhe und Strümpfe aus und stakse vorsichtig hinein. Hätte ich besser gelassen, sagt mir wenig später der freundliche Hauswart, wegen der Bakterien, aber da bin ich schon wieder draußen.

Gut, sage ich mir. Gut, dass mein Kellerabteil auf der anderen Seite liegt. Gut, dass der Hauswart so schnell kam. Gut, dass ich gerade heute ein Regal besorgen und montieren wollte. Gut aber vor allem, dass ich beim Ausmessen zum ersten Mal den Blick bewusst nach oben gerichtet habe. Dort, unter der Decke, führt nämlich ein fettes Rohr direkt durch mein Abteil.

In meinen Ohren klingt der entspannte Tonfall der Nachbarin nach: „Das ist nicht das erste Mal.“

Okay, ich muss los. Will noch Gummistiefel besorgen. Und Plastikboxen. Mit Deckel. Wo ich schon mal dabei bin …