Ein junges Paar in der U-Bahn. Die Frau, aufrecht sitzend und mit einem klugen Ausdruck in dem jugendlichen Gesicht, wirkt rein äußerlich in jeder Hinsicht blass und unscheinbar. Unter all den kontrolliert lächelnden, liebevoll zurechtgemachten Schönheiten ihrer Altersgruppe, die den Wagen bevölkern, sieht sie aus wie ein Rohling, unbearbeitet. Es ist faszinierend, wie sehr sie auffällt.
Ich mag sie. Ihr Lachen ist perlend und unbeschwert wie das eines Kindes, die Augen leuchten. Ich verstehe nicht, wovon sie erzählt, aber es dürfte etwas Witziges sein, denn der junge Mann hängt an ihren Lippen, bricht ebenfalls in Lachen aus und auch seine Augen strahlen. Ich mag sie beide.
Zuhause überlege ich, was an ihnen so wohltuend auf mich gewirkt hat. Zuerst denke ich: Die Zwei sind das personifizierte Offline – deshalb. Aber nein, das trifft es nicht wirklich. Die jungen Leute haben mich vielmehr in eine Zeit zurückversetzt, in der es die Unterscheidung von Online und Offline noch gar nicht gab. Es war die Zeit, als alles einfach nur „Leben“ war.