Schwester T.

Kraft sein. Segen sein.

Im Eichenwald

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Eine Eiche kann trocken fallen, obgleich sie weder krank ist noch ein Schatten auf sie fällt. Niemand weiß, warum. Verdorrt steht sie noch für eine Weile aufrecht und dann, unberechenbar und scheinbar wie von Geisterhand gestupst, kippt sie um.

So liegt sie dann erst mal für die nächsten zwanzig Jahre da, ohne deutliche Spuren von Verwitterung zu zeigen. Der Förster, der uns das erklärt, zeigt auf ein Exemplar, das in der Tat wirkt, als sei es erst vor kurzem zu Boden gegangen. Ist es aber nicht.

Die tote Eiche wird nun für weitere Jahrzehnte dort liegen, von Kleinstlebewesen immer weiter und vielfältiger als Lebensraum und Nahrungsgrundlage genutzt. In dem toten Baum ist mehr los als es in seinen grünen Zeiten gewesen ist.

Auch uns, die wir davor stehen und staunen, wird die tote Eiche zum Segen. Wir werden ruhig, wir verbinden uns. Wir erinnern uns daran, wie es ist, zu danken.