Schwester T.

Kraft sein. Segen sein.

Schelm

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Noch einmal Winter, satt. Schnee, Eisregen, kollabierende Öffis. Ich bin früher aufgestanden und zu nachtschlafender Zeit mache ich mich zu Fuß auf den Weg. Wie erhofft, ist der Schnee unberührt und ich finde gut Halt unter den Sohlen. Nur ein Zeitungsausträger rumpelt mit seinem E-Bike an mir vorbei, ansonsten ist es still.

Da torkelt mir auf einer verlassenen Kreuzung ein kräftiger junger Mann mit Bart entgegen, die Jacke offen, irgendwie beschwingt. Mit wenigen Schritten schafft er es, seine Bahn so zu nehmen, dass er frontal auf mich zusteuert. Wir weichen beide gleichzeitig aus, er reißt die Arme auseinander, als wollte er die Welt umarmen oder ein Lied anstimmen. Dann spricht er mich an, klar und deutlich:

Magst‘ mir ’n Salat kaufen?

Salat?! Ich stutze, dann pruste ich los. Er stimmt mit ein, in seinen Augen glitzert es. Ein Schelm. Ach, Berlin, was tust du gut!