Schwester T.

Kraft sein. Segen sein.

Charmant

Verfasst von

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Gerade auf dem Weg nach Hause. Die Nachtschwärmer:innen sind lautstark unterwegs, also stelle ich mich in die Ecke hinter der Fahrertür, gebe mir Musik auf die Ohren und lese. Als sich die Tür gegenüber öffnet und ein Rollstuhlfahrer gekonnt hereinrollt, nehme ich den Kopfhörer ab und frage den Mann, wo er parken möchte.

Er winkt ab: „Ich steige die Nächste wieder aus.“ Er spricht sehr langsam, hat Mühe, die Worte zu bilden, und ich habe Mühe, sie zu verstehen, aber wir verständigen uns. Er hat eine sanfte Stimme. Mit der kommentiert er nun meine Lektüre. „Sie lesen in einer anderen Sprache“, sagt er. „Nein,“ antworte ich wahrheitsgemäß und zeige ihm den Titel, der bunt und nicht sehr lesefreundlich gestaltet ist. „Sehen Sie? Es heißt Das Ministerium der Zeit.“

„Ah“, meint er. „Ein Zukunftsroman.“

„Ja, genau.“

Der Fahrer bremst ab, wir fahren in den Bahnhof ein, da meint mein freundlicher Mitfahrer, quasi als Nachsatz: „Es wäre schön, man könnte die Gegenwart verstehen.“ Das kommt so trocken, dass ich lachen muss. Ich kann ihm nur zustimmen.

Im nächsten Moment ist er ausgestiegen, die Bahn in einen weiteren Tunnel eingetaucht. Und fühle mich, als sei ich gerade Graham Gore selbst begegnet, dem charmanten Zeitreisenden aus dem Buch.