Die Haltestelle markiert den Einstieg in eine Route durch die Auenlandschaft und wie immer schaue ich in freudiger Erwartung aus dem Fenster. Toll, denke ich, so nah an einem Wanderweg zu wohnen!
Meine Station kommt erst fünf Halte später, und da ich auf Arbeit war und zusätzlich beim Sport, bin ich bepackt. Nicht so ideal, um zu „wandern“. Auch das Bedauern darüber ist zur Routine geworden, so ist das eben. Doch dann bewegt sich mein Finger auf den Haltwunsch-Schalter zu und drückt. Mit Rucksack und Tasche wanke ich durch den Gang des Busses und finde mich wenige Augenblicke später an der Straße wieder.
Das kam jetzt aber plötzlich, finde ich.
Na, dann eben zu Fuß nach Hause. Geht ja nicht anders. Das stimmt zwar nicht, aber so fühlt es sich an. Die späte Sonne weist den Weg, ich rücke mein Gepäck zurecht, und jetzt wirkt das Ganze schon wie ein kleines Abenteuer.
Der Weg, oder besser: das ganze Setting, erweist sich als die reinste Idylle – alles, was in meinem Kopf war, ist im Bus geblieben. Dieses Gefühl kenne ich aus dem Urlaub. Bin ich im Urlaub? Sieht ganz so aus.
Nach einer Viertelstunde führt ein Abzweig mitten in dichtes Grün. Durchaus verlockend, diese Wildnis, aber ich bleibe auf dem Sandweg, will die satten Gelb-Braun-Orange-Töne nicht verlassen und nicht die schwere Wärme eines langen Sommertags. Meine Cowboystiefel sind inzwischen gut eingestaubt, also hey, da kann ich doch auch weitergehen, dem Horizont entgegen, kann „nach Texas reiten, die Sonne putzen“. Yeah.